Mitte September und die Sonne schien in Baden-Württemberg bei Zollhaus (Blumberg). Durch das stark bewaldete Gebiet verläuft eine Stromleitung, die regelmäßig inspiziert werden muss. Normalerweise müssen dazu alle zwei Jahre Helikopter in die Luft. Zu Fuß sind Gutachter sogar jährlich an den Freileitungen im Einsatz und müssen sich am Boden „durchkämpfen“, um Leitungen und Masten zu überprüfen.

Der südbadische Strombetreiber ED Netze nutzt als schnellere und günstigere Alternative daher bereits Drohnen bei gezielten Inspektionen. Dafür setzt das Unternehmen einen seiner acht ausgebildeten Drohnenpiloten ein. So nun auch bei Zollhaus. In einem gemeinsamen Projekt mit FlyNex und Globe UAV wurde hier der Drohneneinsatz für die Inspektion von Stromleitungen getestet.

Das Besondere: Die Drohne sollte außerhalb der Sichtweite des Drohnenpiloten (BVLOS) und die gesamte Route automatisiert fliegen. Über 25 km Freileitungen und um die 100 Strommasten konnten in einem dreistündigen Einsatz erfolgreich per Drohne und in BVLOS (Beyond Visual Line Of Sight) überprüft werden.

Wir freuen uns sehr über den Erfolg dieses Projektes. Es zeigt, wie Inspektionen aus der Luft mit den unbemannten Fluggeräten einfacher, effizienter und nachhaltiger durchgeführt werden können.

© ED Netze GmbH, 2021

Mehrere Kilometer Freileitungen per Drohne im BVLOS-Flug überprüft

Zwischen Zollhaus und Neustadt wurden innerhalb von drei Stunden 27 km Freileitungen und circa 100 Strommasten weitgehend automatisiert und außerhalb der Sichtweite mit der Drohne von Globe UAV beflogen und inspiziert. Lediglich für detailliertere Aufnahmen wurde manuell vom Drohnenpiloten eingriffen. Planmäßige Akkuwechsel an vorher festgelegten Landeplätzen gewährleisteten den Flug über diese lange Strecke.

Die Teststrecke in dem dicht bewaldeten Gebiet lässt sich sehr schwer vom Boden aus begutachten, weshalb auch eine Drohneninspektion innerhalb der Sichtweite problematisch ist. Daher sollte mit dem Projekt getestet werden, ob die Inspektion mit Drohnen auch in BVLOS sowie automatisiert möglich ist und die unbemannten Fluggeräte so für die Instandhaltung einsetzbar sind.

Die Inspektion wurde über die Plattform von FlyNex zur Flugplanung, Projektverwaltung und Anbindung von Analyse-Tools durchgeführt. Darüber hinaus unterstützte FlyNex in der Zusammenarbeit mit den Behörden für die benötigten Fluggenehmigungen. Das Antragsverfahren kann besonders bei BVLOS-Flügen aufwendig sein.

Bildanalyse mit KI für noch mehr Automation

In Verbindung mit Künstlicher Intelligenz (KI) für eine automatisierte Analyse von Schadensbildern kann die Inspektion mit Drohnen noch einfacher und effizienter ablaufen. So kann die Versorgungssicherheit nachhaltig verbessert werden. Eine KI kann Bilder sofort auf Schäden an Leitungen oder Vogelnester an Masten analysieren. Dadurch wird das manuelle Prüfen tausender Bilder und Videos wegfallen.

Auch ED Netze verfolgt diesen Ansatz bereits. Der Strombetreiber möchte zukünftig verstärkt auf KI in Verbindung mit Drohnenaufnahmen bei der Inspektion setzen, um die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten.

Nähere Details und technische Hintergründe zu dem Anwendungsfall finden Sie auch hier: Inspektion von Energie-Netzen

Ihr FlyNex Team

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