Der Markt für unbemannte Fluggeräte ist im Umbruch. In der aktuellsten Marktstudie von FlyNex zeichnet sich ein neues Bild ab, wo die Reise für Flugtaxis, Transport-Drohnen und Industrie-UAVs hingeht. Besonders der Entwicklung des gewerblichen Bereiches ist mehr als je zuvor Beachtung zu schenken. Seit sich die fortgeschrittene Technologie und Wirtschaftlichkeit von UAVs in den letzten 24 Monaten deutlich verbessert hat, boomt der industrielle Drohnenmarkt.

In Deutschland sind insgesamt über 430.000 Drohnen im Umlauf. Davon allein 90 % im Privatgebrauch. Auch wenn die Anzahl der gewerblich geflogenen Drohnen mit ca. 45.000 Stück noch klein ist, machen diese mit 738 Millionen Euro ganze 88 % des Drohnenmarktes aus. Deutschlands kommerzieller Drohnenmarkt ist damit im internationalen Vergleich auf Platz 4 nach den USA, China und Japan. Im europäischen Vergleich sogar auf Platz 1. (Quelle: BDL, Stand: März 2021)

Es zeigt sich also, dass im kommerziellen Drohnenmarkt enormes Potenzial steckt. Daher gibt es auch immer mehr Drohnenhersteller, die Drohnen speziell für gewerbliche Einsätze bauen. Im Wesentlichen lassen sich drei große Einsatzfeder von unbemannten Fluggeräten definieren:

a) Passenger: Der Individualverkehr mit unbemannten Flugtaxis ist der wohl prestigeträchtigste Anwendungsbereich. Jedoch ist der Bereich „Passenger“ gleichzeitig das Feld mit dem geringsten Reifegrad. Aktuell gibt es keinen Anbieter in Europa, der vollständig unbemannt eine Betriebsgenehmigung für innerstädtische Flugtaxis vorweisen kann. Die Geräte von vielen Anbietern sind derzeit noch in einem Test- und Entwicklungsstadium.

b) Logistics: Industrielle Logistiklösungen mit unbemannten Fluggeräten erleben derzeit ebenfalls wachsende Aufmerksamkeit. Nichtsdestotrotz sind in aller Regel die Betreiber noch in Pilot-Projekten und Erprobungsphasen. Das Last-Mile-Geschäft, hauptsächlich geprägt durch die Player Amazon und UPS, versucht hier skalierbare Lösungen zu entwickeln.

c) Industry: Der Bereich mit dem höchsten Reifegrad ist ebenso stark diversifiziert, wie technologisch anspruchsvoll. Agrar, Construction, Medical, Energy – Eine Vielzahl an Verticals setzt inzwischen Drohnen ein für Anwendungsfälle des Transports, Inspektion, Dokumentation und Vermessung.

Drohnenhersteller – Wer sind die Marktführer?

Der größte Hersteller kommerzieller Drohnen ist weltweit DJI. Der chinesische Marktriese generiert einen jährlichen Umsatz von über 2,8 Mrd. US-Dollar (Stand: 2017). Mit einer Vielzahl von Multikoptern bedient DJI den Drohnenmarkt nicht nur auf professioneller Ebene, auch im privaten Bereich sind DJI Drohnen mit Abstand am beliebtesten. Ein Blick in andere Anwendungsbereiche zeigt allerdings noch weitere Unternehmen, von denen wir in den nächsten Jahren sicher noch mehr hören werden.

In der folgenden Grafik haben wir die größten Hersteller aufgegriffen und nach Gerätetyp und Einsatzfeld kategorisiert.

Übersicht führende Drohnenhersteller weltweit

Gerätetypen

Als Multikopter werden unbemannte Fluggeräte bezeichnet, die mithilfe von Rotoren ein vertikales Starten und Landen ermöglichen. Je nach Anzahl der Rotoren werden Sie noch in Quadrocopter (4 Rotoren), Hexacopter (6 Rotoren) oder Octocopter (8 Rotoren) unterteilt. Modelle mit einer höheren Anzahl an Rotoren sind zwar möglich, aber nicht besonders geläufig. Denn je mehr Rotoren es gibt, desto mehr Energie, also Akkus, werden benötigt. Multikopter jeder Art sind zudem in der Lage auf der Stelle zu schweben.

Beispiel:
Mavic 2 Enterprise

Zu dieser Kategorie gehören Mischformen aus Multikoptern und Starrflüglern. Sie verbinden meist die Vorteile beider Modelle. Beispielsweise sind sie in der Lage sowohl höhere Lasten zu tragen, als auch zu schweben und vertikal aufzusteigen. Daher gehören diese, wie klassische Multikopter, zu den VTOL (Vertical Take Off and Landing).

Beispiel:
VoloConnect

Starrflügler ähneln Flugzeugen und benötigen wie diese zum Starten und Landen eine Bahn. Diese Modelle können allerdings eine höhere Geschwindigkeit erreichen, sind oft effizienter durch die Gleitfähigkeit und können größere Traglasten auf sich nehmen.

Beispiel:
Zipline

Einsatzfelder

Im Bereich Flugtaxi und Passagierdrohnen tut sich in den letzten Jahren sehr viel. Von Januar 2020 bis März 2021 wurde eine halbe Million US-Dollar in deutsche Flugtaxi-Unternehmen investiert. Die relevantesten Marktplayer sind hier EHang (China), Joby Aviation (USA) und die beiden deutschen Unternehmen Lilium und Volocopter.

Die Experten des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft rechnen allerdings nicht mit einer Einführung von profitablen Geschäftsmodellen vor 2030. Passagierdrohnen müssen sehr zuverlässig sein und die besonders hohen Anforderungen an die Sicherheit stellen Hersteller und Dienstleister vor eine große Herausforderung.

Im Transport- und Logistiksektor sind unbemannte Fluggeräte schon etablierter. Ob für den Paketversand (Amazon Prime Air) oder im Rahmen von Projekten wie Medifly Hamburg, es kommen einige Anwendungsfälle für Drohnen in der Logistik zusammen. Der Transport per UAV eignet sich speziell im urbanen Umfeld, also bei stark überlastetem Stadtverkehr oder in Gebieten mit mangelhafter Infrastruktur.

Besonders erfolgreich ist hier das Start-up Wingcopter, dessen Modell vielseitig einsetzbar ist. Etwa für Infrastrukturinspektionen oder Lieferung medizinischer Güter. Erst Anfang dieses Jahres haben sie eine Investitionssumme von 22 Millionen Euro erhalten. Das Unternehmen Zipline konzentriert sich wiederum vorwiegend auf humanitäre Einsatzfelder, wie den Transport medizinische Güter in Entwicklungs- und Schwellenländer. Seit April 2021 unterstützt Zipline auch bei der Verteilung der Covid-19 Impfstoffe an abgelegene Impfzentren.

Die Einsatzbereiche in der Industrie für unbemannte Fluggeräte sind vielfältig. Mit Drohnen lassen sich Inspektionen einfacher durchführen, ob von hohen Gebäuden oder über weite Anlagen, wie Photovoltaik Freianlagen. Sie sind kostengünstiger, weil Kräne und Gerüste wegfallen und der Arbeitsaufwand minimiert wird.

Nach der Studie des BDL werden fast 80 % der kommerziell genutzten Drohnen für die Vermessung genutzt. Dicht gefolgt von Inspektionen (53 %). In beiden Anwendungsbereichen zeigen sich besonders starke Vorteile, da die Qualität und Produktivität massiv verbessert und deutlich an Kosten gespart werden kann. Professionelle Drohnennutzer verwenden ihre Fluggeräte meistens für mehr als nur einen Anwendungsfall. So können Immobilienunternehmen beispielsweise sowohl routinemäßige Dachinspektionen durchführen als auch 3D-Modelle ihrer Gebäude erstellen lassen.

Wie bereits erwähnt, führt DJI hier den Markt an, obwohl die Konkurrenz vielzählig ist. Denn auch Intel ist hier gleich mit zwei Geräten vertreten: Intel Falcon als Multikopter und Intel Sirius als Starrflügler. Aber auch der US-Drohnenhersteller Skydio sei hier als relevanter Player im Bereich Industry genannt, der autonom fliegende Multikopter für Inspektionen, Überwachung und weitere Aufgaben anbietet.

Wie entwickelt sich der Markt zukünftig?

Obwohl die meisten Drohnen zurzeit Hobby-Geräte sind, zeigt sich an der rückläufigen (-14,5 %) Marktentwicklung, dass es hier in ein paar Jahren zu einer Sättigung kommen wird. Währenddessen wächst die absolute Zahl der semiprofessionellen und professionellen Geräte für gewerbliche Anwendungsfälle.

Der kommerzielle Markt wird weiter rasant wachsen. Der BDL erwartet ein durchschnittliches Marktwachstum von 16,1 %, was bis 2025 eine Markt-Wertsteigerung um 1,5 Milliarden Euro bedeutet. Die Anzahl kommerziell genutzter Drohnen erreicht bis 2025 voraussichtlich 132.000 Stück. Das ist eine Steigerung von 200 % im Vergleich zu heute. Das bedeutet dann, dass jede dritte Drohne ab 2025 kommerziell in Gebrauch ist. Die Professionalisierung der Technologie und damit des Angebots ist ein Schlüsselfaktor für die weitere Marktentwicklung.

Wir wünschen weiterhin sichere Flüge,

Ihr FlyNex Team

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