Noch nicht gelesen? Hier geht’s zu Teil 1

Karten und kartenähnliche Darstellungen eignen sich wunderbar zur Präsentation für alles, was einen Raumbezug hat. Dinge weisen einen Raumbezug auf, wenn sich ihnen ein konkreter Standort oder ein geographisches Gebiet zuordnen lässt. Mit Hilfe von Karten werden komplexe Sachverhalte verständlich und schneller erfassbar. Worauf man beim Erstellen von Karten für das Internet achten sollte, klären wir in dieser Artikelreihe.

6. Die Suche nach der Wahrheit

Karten können eine höhere Überzeugungskraft besitzen als andere Kommunikationsmedien. Sie erscheinen uns auf seltsame Weise glaubwürdig, da sie ursprünglich die Erde darstellen sollten, wie sie ist. Diese Eigenschaft kann auch bewusst für Werbezwecke oder Politik ausgenutzt werden. Schon bei der Herstellung einer Karte sollte deshalb auf ungerechtfertigte Täuschung des Nutzers verzichtet werden.

Tipp 6: Karten kritisch auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen!

7. Die Erde in 2D

Mit dem vorherigen Tipp geht ein grundlegendes „Problem“ von Karten einher. Eine 2D-Kartendarstellung ist schon von Natur aus mit Fehlern behaftet. Es ist unmöglich die 3D-Gestalt der Erde verlustfrei in die Ebene zu übertragen. Ein bekanntes Beispiel zur Veranschaulichung dieses Phänomens ist das Schälen einer Orange in einzelne Segmente. Es gibt keine Möglichkeit diese Segmente flach auf ein Blatt Papier zu kleben, ohne dass sie zerreißen. Gebiete der Erde werden deshalb unter Zuhilfenahme verschiedener Projektionen in die Ebene transferiert. Die aus der Projektionsart abgeleiteten Koordinatensysteme weisen daher immer in mindestens einer Eigenschaft (Flächenform, Flächengröße, Winkelverhältnis) Fehler auf. Auch die für Webkarten so beliebte Webmercator-Projektion verzerrt die Erde. Sie weist zwar auch viele Vorteile für die Verwendung in globalen Darstellungen auf, Flächengrößen werden aber teilweise stark verfremdet. Grönland wächst so auf die Größe von Afrika, die Regionen um Nord- und Südpol lassen sich mit ihr gar nicht abbilden. Google Maps löst dieses Problem neuerdings, indem in sehr niedrigen Zoomstufen ein Globus dargestellt wird.

Tipp 7: Sich der Vor- und Nachteile verschiedener Koordinatensysteme bewusst sein und je nach Anwendungsfall auswählen!

8. Wo bin ich?

Ein User muss auf einer Karte vor allem eins können – sich orientieren! Wo bin ich? Was will ich sehen? Wie finde ich die Informationen an den Orten, die ich suche? Wie gut sich Nutzer auf einer Webkarte zurechtfinden, hängt stark von ihren jeweiligen Gewohnheiten und Erfahrungen ab. Prinzipiell ist es also eine gute Idee, sich in Sachen Gestaltung und Interaktion an bekannten Beispielen zu orientieren, um dem Erstnutzer einer Karte den Einstieg zu erleichtern. Die Kreativität des Kartenherstellers soll dabei dennoch nicht zu kurz kommen. Daher gilt: Sich abheben – ja, aber nicht auf Kosten der Nutzbarkeit.

Tipp 8: Karte übersichtlich gestalten!

9. Wer mag’s bunt?

Das Thema Farbwahrnehmung ist immer mit vielen subjektiven Fragezeichen verbunden. Klar ist, dass Farbe eines der wichtigsten Gestaltungsmittel darstellt. Auch auf Karten ist ihr Einsatz meist unerlässlich und sinnvoll. Die Schwierigkeiten bestehen darin, dass Farben immer auch emotional behaftet sind. Zum Beispiel assoziieren die meisten Menschen Rot mit Wärme und Blau mit Kälte. Temperaturkarten, die nicht dieser Logik folgen, können von vielen nur wesentlich langsamer erfasst werden. Das ist jedoch erlerntes Verhalten, das sich je nach Kulturkreis und Erfahrung unterscheiden kann. Auch das Alter und mögliche Sehstörungen spielen für die Art und Weise, wie wir Farben wahrnehmen, eine Rolle. Deshalb ist es sehr wichtig, seine Nutzergruppe möglichst genau zu definieren. Eine Karte für Kinder sollte mit kräftigen und kontrastreichen Farben arbeiten. Die gleiche Darstellung könnte bei Erwachsenen schnell zu Reizüberflutung führen und von der Aussage der Karte ablenken.

Tipp 9: Farben richtig einsetzen!

10. Echte Hingucker

Natürlich soll eine Web Map aufmerksam machen, „catchy“ sein und spannend aussehen. Dabei ist allerdings niemals der eigentliche Zweck der Karte zu vergessen. Möchte ich einfach nur meine Homepage schmücken oder sind auf der Karte essentielle Informationen enthalten, die ein Besucher der Seite sucht? Die Ansprüche an Funktionen und Design sind dabei völlig unterschiedlich. Eine Karte, bei der es in erster Linie um Interaktion (mehr dazu in Teil 3) und die Vermittlung von Informationen geht, sollte dennoch gut aussehen. Es kann aber passieren, dass hierbei der Anspruch an Richtigkeit und Funktion aufregende Designs in den Hintergrund rücken lässt. Gleiches gilt in anderen Fällen natürlich umgekehrt.

Tipp 10: Das Kartendesign dem Zweck anpassen!

Da sich Webkarten sehr gut als Aufmerksamkeitsmagnet eignen, sind sie – gut gemacht – für so manche Website eine echte Bereicherung.

Demnächst erscheint hier der dritte und letzte Teil dieser Artikelreihe für noch bessere Karten im Netz.

Haben Sie Fragen, Anmerkungen oder Ideen, wie wir unsere Map2Fly noch weiter verbessern können? Wir freuen uns über Ihr Feedback!

Bis zum nächsten Mal

Ihr Team FlyNex

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